Archive for September 2009

Kollisionen auf Rhein

2009/09/28

(26.9.09) Auf dem Rhein in Höhe des Hafens Duisburg Walsum-Süd sind am Morgen des 25.9. zwei Schiffe zusammengestoßen. Dabei wurde der Rudergänger eines der Schiffe verletzt, beide Schiffe erlitten Wassereinbruch. Die Kollision ereignete sich gegen 8.55 Uhr in dichtem Nebel. Ein deutsches Tankschiff aus Mainfranken stieß mit dem 105 Meter langen, niederländischen Binnenschiff „Densimo“ (ENI-No. 244042985) frontal zusammen. Dessen Rudergänger musste nach notärztlicher Erstverhandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Beeinträchtigungen der Schiffahrt gab es nicht. Ermittlungen zur Unfallursache wurden eingeleitet.
Unklar ist nach wie vor die Ursache der Kollision der „Titania“ (ENI-No.: 02311601) mit einem belgischen Binnenschiff bei Xanten am 23.9. Bei dem Frontalzusammenstoß war deren Kapitän durch umherfliegende Glassplitter verletzt worden. Ein Auto, das hinter dem Ruderhaus transportiert wurde, schlug durch den Aufprall in dieses ein. Die am Bug erheblich beschädigte „Titania“ wurde am Ufer auf Grund gesetzt. Allerdings drohte keines der Schiffe zu sinken. Das Schiff war 1953 bei Heidelmann, Lauenburg, als deutsche „Alja“ entstanden. Derzeit läuft es für Vof. Titania (J.P. Izelaar) in Zwijndrecht. Es ist 540 Tonnen groß und 57 Meter lang.
Quelle: Tim Schwabedissen

Rund 50 Millionen Euro für Neubau Schiffshebewerk Niederfinow 11.08.2009

2009/09/02

(pressrelations) – > Tiefensee begrüßt europäische Förderung: Wichtig für die Region

„Ich begrüße es sehr, dass sich die Europäische Union mit 48,5 Millionen Euro am Neubau des Schiffshebewerks Niederfinow beteiligt. Das ist ein wichtiger Schub für die Region“, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee heute in Berlin.

Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union. Das Schiffshebewerk ist Teil des EFRE-Bundesprogramms für Verkehrsinfrastruktur 2007-2013 mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro, darunter 1,5 Milliarden Euro aus dem EFRE-Fonds. Mit dem Programm wird das Wirtschaftswachstum in strukturschwachen Gebieten durch die Beschleunigung ausgewählter Projekte von überregionaler Bedeutung gefördert.

Tiefensee: „Das Schiffshebewerk Niederfinow ist Teil der Havel-Oder-Wasserstraße, die von der Oder bis zur Nordsee reicht und wichtige Wirtschaftsräume wie das Ruhrgebiet mit internationalen Häfen verbindet. Sie ist eine der wichtigsten Wasserstraßenverbindungen von West- nach Osteuropa und die bedeutendste Wasserstraße für die Binnenschifffahrt zwischen Berlin und Stettin. Das Schiffshebewerk ist sowohl für die regionale als auch die internationale Binnenschifffahrt von großer strategischer Bedeutung.“

Die neue Konstruktion ersetzt das älteste, 1934 in Betrieb genommene und unter Denkmalschutz stehende Schiffshebewerk Niederfinow. Mit dem neuen Hebewerk werden die Transportkapazitäten erhöht und Liegezeiten verringert. Es soll 2014 in Betrieb genommen werden. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf 285 Millionen Euro.

Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Bürgerservice
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
E-Mail: buergerinfo(at)bmvbs.bund.de

Binnenschiffer: Preise sind eingebrochen 6. August 2009

2009/09/02

„Wir stecken voll in der Krise“
Von Martina Brinkmann 

Die Kapitäne auf Flüssen und Kanälen sind von der Großindustrie abhängig. Udo Krüger nimmt Leerfahrten in Kauf.

Lauenburg. Udo Krüger macht einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Lübeck. Seinen 80 Meter langen Frachter „Lichtenfels“ hat der Binnenschiffer vis á vis der Hitzler Werft in Lauenburg vertäut. Und er stellt für sich klipp und klar fest: „Wir stecken voll in der Krise drin und niemand kommt für die Verluste auf.“

Krüger macht vor allem die Flaute in der deutschen Automobilindustrie zu schaffen. Die regelmäßigen Transporte von aufgerollten Blechen aus dem Duisburger Walzwerk der ThyssenKrupp Steel AG bis nach Basel fallen für den 66-Jährigen bis auf weiteres weg. Die Automobilindustrie hat keinen Bedarf, das Walzwerk ist geschlossen.

Es sind speziell die Produktgruppen Eisen, Nichteisenmetall (Kupfer, Aluminium, Zink, Bronze, Messing, Bunt- und Weißmetalle), Erze, Metallabfälle, Düngemittel, Steine und Erde, bei denen die Transporteinbußen zum Teil über 19 Prozent liegen. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. sank die Beförderungsleistung auf deutschen Flüssen und Kanälen im ersten Quartal 2009 um knapp 25 Prozent auf zwölf Milliarden Tonnenkilometer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Geblieben sind Krüger die regelmäßigen Lieferungen von italienischem Mais, der in Basel geladen und in Lübeck gelöscht wird. Die Fahrt in die Schweizer Stadt tritt er mit einem leeren Frachter an. „Meine Kollegen halten mich für verrückt, doch so bleibt mir zumindest eine lohnende Rückfahrt nach Lübeck.“ Dafür nimmt Kapitän Krüger eine 16-tägige Reise auf sich, auf der allein 5000 Liter Diesel für die Leerfahrt in Richtung Süden zu Buche schlagen. Da der erfahrene Binnenschiffer finanziell gut dasteht und keinerlei Kredite das Konto belasten, finanziert er derartige Fahrten aus Ersparnissen.

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Finanzkrise trifft die Binnenschiffer hart

2009/09/02

Duisburg. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren in der Binnenschifffahrt: Im ersten Quartal 2009 wurden 19 Prozent weniger Güter transportiert. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) spricht von „einer der schwersten Krisen der Nachkriegszeit“.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren in der Binnenschifffahrt. Die Beförderungsleistung auf den deutschen Flüssen und Kanälen sank im ersten Quartal 2009 um knapp 25 Prozent auf zwölf Milliarden Tonnenkilometer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die transportierte Menge ging dabei um über 19 Prozent zurück. Die größten Einbußen gab es in den Produktgruppen „Eisen, Nichteisen-Metalle”, „Erze, Metallabfälle”, „Düngemittel” und „Steine und Erden”. Auch der Containerverkehr verzeichnet im ersten Quartal einen Rückgang von über 25 Prozent auf 415 000 Einheiten.

Der in Ruhrort ansässige Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) spricht bereits von „einer der schwersten Krisen der Binnenschifffahrt in der Nachkriegszeit”. Eine konjunkturelle Erholung sei derzeit noch nicht in Sicht. Nach zwei sehr guten Jahren für die deutsche Binnenschifffahrt gerieten immer mehr Partikulierunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Partikuliere sind selbstständige Schiffseigner mit selten mehr als einem Schiff. 

Duisburg, 04.08.2009 Willi Mohrs

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