Archive for Februar 2010

Schon gewusst?

2010/02/14

Am Abend des 9.2. wurde in Bremen der Schlepper WESER gehoben, der dort am 30. Januar gesunken war. Ja, und?

Die gehobene WESER

Das interessante ist aus meiner Sicht der dabei sichtbar gewordene „Unterbau“. Ich hatte so etwas noch nicht gesehen; Ihr etwa?

Mein Hamburger Freund, Kapitän Karlheinz Römer, erklärte mir das so: „Bei dem Schlepper handelt es sich um einen Voith-Schneider (VS) – Schlepper. Die Blätter der Voith-Schneider Propeller sind im unteren Bereich durch eine sog. Dockplatte geschützt wegen eventueller Grundberührungen. Dazu verhindert die Dockplatte im Falle einer Dockung des Schleppers das Aufsetzen im Dock.“

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Die Binnenschiffer sehen sich vor einer Pleitewelle

2010/02/01

Minden (mt). Eine Pleitewelle sehen Binnenschiffer auf sich zuschwappen. Durch die Wirtschaftskrise nicht mehr tilgbare Bankkredite und Billigkonkurrenz aus Holland drohen der Branche. Schon werden bei Partikulieren Stimmen laut, die den geplanten Regio Port als Investitionsruine absaufen sehen.

Binnenschifffahrt vor dem AUS?, Foto: LZAuf die Binnenschifffahrt kommen härtere Zeiten zu.

„Die Lage ist jetzt schwierig“, sagt Jürgen Schlieter aus Hille, Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen-Abteilung Binnenschifffahrt (BDS). Durch die Wirtschaftsflaute seien die Transportentgelte bis zu 60 Prozent gefallen. Wer in den vergangenen Jahren Investitionen auf Kreditbasis getätigt habe, sei in Schwierigkeiten geraten. In den Niederlanden beließen Banken Partikuliere nur noch deshalb an der wirtschaftlichen Existenz, damit sie wenigstens den Schuldzins zahlten. „Bei uns ist zurzeit die Frage, bei welchem Preis ein Unternehmer überhaupt noch wirtschaftlich leben kann.“

Auch der Bundesverband der Binnenschifffahrt (BDB) mit Sitz in Duisburg ist für das Jahr 2010 pessimistisch. „Es steht zu befürchten, dass existenzielle Probleme auf die Partikuliere zukommen, da sich das Frachtratenniveau auch im kommenden Jahr auf niedrigem Level befinden wird“, erklärt Jens Schwanen, Chef und Sprecher der Geschäftsführung des BDB.

Optimistischer war noch im Mai die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung anlässlich einer Ingenieurstagung in Minden und aufgrund der Tatsache, dass der Bund 900 Millionen Euro aus Steuermitteln für die bundesdeutschen Wasserstraßen ausgeben wird. Trotz der schon damals spürbaren Flaute in den Nordseehäfen wurden dem für die Jahre 2012/2013 zu verwirklichenden Regio Port zwischen Cammer und Berenbusch beste Zukunftsaussichten beschieden. Hans Jürgen Hansch, damals Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, verwies für sein Unternehmen auf Steigerungsraten im Umschlag von bis zu 38 Prozent in den vergangenen Jahren. Und auch in den ersten vier Monaten des Krisenjahres 2009 habe es lediglich einen Einbruch von 3,2 Prozent gegeben.

„Ich verstehe nicht, auf welcher Zahlengrundlage die Planungen für den Regio Port laufen“, meint angesichts des in den Regio-Port-Verbandsversammlungen ab August fortgesetzten Optimismus Klaus Kleinhaus. Rechtzeitig vor einem Jahr hatte sich der seit 25 Jahren in der Binnenschifffahrt tätige Mindener von seinem 1200-Tonnen-Schiff – dem „Bremer Roland“ – getrennt. Mit Getreide, Dünger und Aluminium-Oxid war er zuvor unterwegs gewesen. „Die guten Zeiten sind für immer vorbei,“ meint der Partikulier. Jahrelang seien in der Binnenschifffahrt Überkapazitäten geschaffen worden. Für den Regio Port werde es kaum Bedarf geben.

Kleinhaus hat bei seiner Kritik die Columbuskaje in Bremerhaven im Blick, wo nach Erweiterungen Massenentlassungen anstanden. Im Großraum Hannover sei ein neuer Containerterminal nicht ausgelastet. Ein weiteres, über einen Zweigkanal erreichbares Projekt habe man in Hildesheim auf Eis gelegt.

Der Partikulier meint, dass es vollkommen ausreichend sei, die Kapazitäten am Hafen in Hille zu erweitern. Die Anlage der Hafen GmbH hätte man im Zuge des Umbaus der Oberschleuse vor zwei Jahren vergrößern müssen. Jetzt stehe zu befürchten, dass nach Abschluss der Arbeiten an der neuen Schachtschleuse die baufällige Unterschleuse gesperrt werde.

Doch ganz so düster sehen Verbandssprecher die Zukunft nicht. „Ich glaube, dass sich die Wirtschaft wieder erholt und die Mengen entsprechend sein werden“, sagt Jürgen Schlieter vom BDS. „Ich bin schon der Meinung, dass der geplante Regio Port notwendig ist“, fügt er hinzu.

Über die zukünftige Entwicklung der Binnenschifffahrt ließen sich nur wenig präzise Aussagen treffen, da die weltweite Krise in der Nachkriegszeit ein in ihren Auswirkungen einmaliges Ereignis gewesen sei, meint Jens Schwanen vom BDB. Zwar werde es in den kommenden Jahren ein niedrigeres Niveau geben. Experten gingen aber davon aus, dass das Güterverkehrswachstum auch zukünftig anhalte und die Binnenschifffahrt daran teilhaben werde.

Schaumburg-Lippische Landeszeitung vom 04.01.2010

Der Rhein ist kürzer als gedacht

2010/02/01

Von Jasmin Michels (26.01.10)

Der Kölner Biologie-Professor Bruno Kremer hat herausgefunden, dass die offiziellen Angaben über die Länge des Rheins nicht korrekt sind. Die Ursache für das Wachstum des Stroms 90 Kilometer: Vermutlich ein Zahlendreher.

Köln – Jahrelang mussten wir als Kinder Spinat essen und das nur, weil ein Wissenschaftler bei der Berechnung des Eisengehalts eine Zahl vertauschte. Ein Zahlendreher schaffte es sogar bis in den Weltklimabericht: Viele Gletscher im Himalaya würden bis zum Jahr 2035 schrumpfen, hieß es dort. Tatsächlich gilt diese Prognose eines russischen Forschers für das Jahr 2350.

Nun betrifft ein solcher Zahlendreher auch die Rheinländer. Aufgedeckt hat ihn der Kölner Universitätsprofessor Bruno Kremer, als er für seine Monographie über den Rhein dessen genaue Länge nachschlagen wollte. Was im Prinzip schnell erledigt sein sollte – im großen Brockhaus wie im nautischen Handbuch für Rheinsportschiffer steht es schließlich schwarz auf weiß: Der Rhein ist 1320 Kilometer lang. Auch ein Messingschild am Tomasee, der als Ursprung des Rheins gilt, bestätigt: 1320 Kilometer.

„Mit dieser Zahl habe ich mich auch zunächst zufrieden gegeben“, erzählt der Biologieprofessor. Bis er in älteren Publikationen aus den Jahren vor 1960 auf eine andere Angabe stieß: Nicht 1320, sondern 1230 Kilometer sei der Rhein lang, hieß es da. 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 26.01.10