Archive for Oktober 2010

110 Jahre Ev. Binnenschiffergemeinde Berlin und Brandenburg, Verein zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer e.V. Berlin

2010/10/05

110 Jahre nun schon genug Anlass für einen Festgottesdienst.

Er wurde am Tag der Deutschen Einheit in der altehrwürdigen Fischerkapelle in Berlin-Stralau begangen. Herr Pf. Fedor Pfistner predigte über den Eintrag von Kaiserin Auguste Victoria in unserer Heiligen Schrift „Sei getreu bis in den Tod“ (Off. 2,10). Die  TREUE am Wort Gottes hat dem Verein in 110 Jahren seine spezielle Prägung gegeben. 

Es war eine Freude, in dieser Kirche zu Gast sein zu können.

Unser langjähriger Vorsitzender Herr Dr. Karl-Heinz Wattenberg wurde mit dem Titel Ehrenvorsitzender geehrt.

Und danach ging's auf die nur fünf Jahre jüngere EINTRACHT für eine gemütliche Fahrt nach Köpenick.

... heute mal nicht am Steuer des ANDREAS, Herr Helm.

 

Die rührige Festtagsvorbereiterin: Frau Gisela Helm.

Hier einige markante Daten aus der Geschichte unseres Vereines:

25.06.1900: Die »Vereinigung zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer« wird gegründet. In Berlin wurden 16 Flußschifferstationen gebildet.

Januar 1902: Der erste Schiffermissionar, ein ehemaliger Steuermann, nimmt seine Arbeit auf; er fuhr von Schiff zu Schiff.

Dezember 1902: Der erste Schifferpfarrer wird benannt: Pastor Wilhelm Krause.

25.8. 1903: Bericht von einer ersten Ortskirche der Schiffer.

13. 11 1904: Eine kaiserliche Förderung sorgt dafür, dass die Schiffergemeinde nicht länger leer ausging – ein Kirchenschiff wird eingeweiht.

14. 11.1904: Kreuz-Zeitung berichtet: „Schwimmendes Schifferheim in Berlin“ Bericht über die Einweihung eines Kirchenschiffes in Gegenwart der Kaiserin Auguste Victoria und des Prinzen Eitel-Friedrich.

Eine Bibel mit eigenhändiger Widmung der Kaiserin, die die Gemeinde anläßlich der Festlichkeit erhielt, befindet sich im Besitz die Schiffer und Hafenkirche am Westhafen. 

1918: Pastor Friedrich Lindenmeyer ist Schifferpastor.

Das Modell unser guten alten WICHERN ARCHE NOVA. Das Kreuz weist uns noch heute den Weg.

12.01.1924: Wiedereinweihung nach Reparaturarbeiten,

1929: Schiff liegt im Westhafen,

1936: Reparaturersuchen P. Lindemeyers an Goebbels („Anlaß“ die Olympiade); P. Lindemeyer setzt sich in “Gute Fahrt” kritisch mit der NS-Politik auseinander. Das Schiff wird den Christen der Bekennenden Kirche  teils spontan zur Verfügung gestellt.

1936: gründliche Reparaturarbeiten,

1943: Werft in Tegel,

1944: Das Schiff wird abgewrackt.

 14. April 1999: Jungfernfahrt der neuen WICHERN ARCHENOVA, eines von deutschlandweit sechs Kirchenschiffen. Das Schiff ist 7,50 Meter lang und hat einen 208-PS-Motor. Die Kosten wurden über Spenden finanziert.

Arno Templiner hatte das in Köpenick erbaute Schiff an der Ostsee ausgemacht und den Kauf angeregt.

Ein Kirchenschiff ist ein Gotteshaus auf dem Wasser, das vornehmlich zur Seelsorge der Menschen, die auf den Binnenschiffen leben und arbeiten, dient. Diese können sich meist nicht an den festen Terminen einer Ortsgemeinde orientieren. Die Angebote der Binnenschifferseelsorge berücksichtigen die besonderen Arbeitsbedingungen in der Binnenschifffahrt. Deutschlandweit gibt es sechs Kirchenschiffe.

»Uns geh’n die Matrosen aus«

2010/10/02

»Uns geh’n die Matrosen aus« 14.09.10

Binnenschifffahrt: Unterfränkische Kapitäne plagen Nachwuchssorgen – Als Genossenschaft die Krise gemeistert

Würzburg

Sie würden ihre Erfahrungen auf Europas Flüssen gern weitergeben. Doch ihre Kinder sind daran nicht mehr interessiert. »Immer weniger wollen in die Fußstapfen ihrer Väter treten«, sagt Klaus Fuß, Vorstand der in Würzburg angesiedelten Mainschifffahrts-Genossenschaft (MSG). Die unterfränkische Binnenschifffahrt sucht darum externen Nachwuchs.

Die Potentiale der Binnenschifffahrt sind nach Ansicht der  Mainschifffahrts- Genossenschaft (MSG) längst nicht ausgeschöpft.

Immer mehr Kapitäne der 65 Schiffe, die unter MSG-Flagge fahren, stehen kurz vor dem Rentenalter, so Fuß. Anders als in den Niederlanden, wo der Beruf des Binnenschiffers populär ist, haben unterfränkische Partikuliere Probleme, Nachwuchs zu finden. Kaum ein Jugendlicher zieht in Erwägung, Binnenschiffer zu werden. Dabei wäre es einfach herauszufinden, ob er sich für den Job auf Europas Wasserstraßen eignen würde. Zum Beispiel bei einem Bordpraktikum auf einem der MSG-Schiffe.

Vom Bootsmann zum Kapitän

Verläuft das Praktikum positiv, steht in den meisten Fällen einem Ausbildungsvertrag nichts im Wege. »Leichtmatrose« heißt der Azubi im nautischen Jargon. Drei Jahre wird gelernt, nach bestandener Abschlussprüfung erhält der Matrose den Titel »Bootsmann«. »Danach steht der Weg frei, Kapitän eines eigenen Schiffes zu werden, das am besten«, schmunzelt Fuß, »unter MSG-Flagge fährt.«
Dass sich das Genossenschaftsmodell in wirtschaftlichen Krisenzeiten bezahlt macht, wurde im vergangenen Jahr deutlich.

»Deutschlandweit schlug die Rezession bei der Binnenschifffahrt ins Kontor«, sagt Martin Staats, Vorstandskollege von Klaus Fuß. Das Frachtaufkommen brach um 17 Prozent ein. Wurden 2008 noch 248 Millionen Tonnen Güter transportiert, ging das Volumen im vergangenen Jahr auf 205 Millionen Tonnen zurück. Der MSG gelang es, die Auswirkungen der Krise für ihre Mitglieder abzuschwächen. So wurde zum Beispiel zwischen Mai und September 2009 an Reeder, die ihr Schiff freiwillig stilllegten, eine Prämie aus dem Genossenschaftstopf gezahlt.
Stark zurückgegangen sind auch die Erlöse, die im Würzburger Neuen Hafen durch den Umschlag von Waren erzielt wurden. Der Güterumschlag brach 2009 im Vergleich zum Jahr 2000 um mehr als die Hälfte ein. Verursacht wurde dies unter anderem durch den Rückzug der Raiffeisenkraftfutterwerke (RKW) aus Würzburg.

Ob es in der Binnenschifffahrt gut oder weniger gut läuft, hängt neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch von politischen Strategien ab. Hier liegt nach Ansicht der MSG noch einiges im Argen. »Wir sind lange nicht so stark im Fokus der Politik wie der Straßen- oder der Schienenverkehr«, konstatiert Martin Staats. Doch das wird sich ändern, sind die beiden MSG-Vorstände überzeugen. Verkehrsinfarkte häufen sich, das Binnenschiff als Alternative zum Lastwagen werde dadurch immer interessanter. Bis zu 200 Lkw können Staats zufolge von einem Binnenschiff der MSG ersetzt werden. Alle 65 Schiffe unter MSG-Flagge ersetzten etwa 7000 bis 8000 Trucks.

Die Wirtschaftskrise ist für Unterfrankens Partikuliere noch nicht ganz überwunden, doch die MSG hofft auf gute Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte. Die ersten Monate des Jahres 2010 waren wegen des Wetters recht schwierig. Eissperren auf dem Main und Schleusenreparaturen machten den Binnenschiffern zu schaffen.

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