Archive for März 2011

Skipper ignorierte Warnsignale – Sportboot sank bei Oppenheim

2011/03/28

Schon wieder! Nach dem schlimmen Vorfall im Paretzer Kanal bei Potsam:

(28.3.11) Auf dem Rhein bei Oppenheim kam es am Nachmittag des 25.3. zu einer Kollision. Der Skipper eines Sportbootes übersah ein von achtern aufkommendes Binnenschiff. Er reagierte auch nicht auf dessen Warnsignale. Der Mann am Ruders des etwa acht Meter langen Kajütbootes blieb auf Kurs, woraufhin das Binnenschiff es mittschiffs rammte. Das Sportboot sackte binnen einer halben Minute übers Heck weg. Der Skipper konnte sich an den Bug des Kollisionsgegners klammern und wurde von dessen Besatzung unverletzt an Bord gezogen. Das Sportboot lag auf der Steuerbordseite knapp unter der im Fahrwasser. Die Polizei alarmierte die Feuerwehren Oppenheim und Nierstein sowie die DLRG Oppenheim. Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt schickte ein im Oppenheimer Hafen stationiertes Arbeitsboot an die Unglücksstelle. Abgesichert wurde der Bergungseinsatz von zwei Polizeibooten. Einem Taucher der DLRG gelang es, Seile an dem Wrack zu befestigen, sodass in Richtung Ufer gezogen werden konnte. Die Feuerwehr befestigte dann ein rund 100 Meter langes Stahlseil, mit dem sie das Boot mithilfe einer Seilwinde ans Ufer ziehen konnte. Fünf Stunden nach der Kollision war das Boot geborgen. Der Eigner hatte es gerade erst nach umfangreichen Reparaturarbeiten aus der Werft geholt und wollte es in den Heimathafen bei Eich überführen.

Quelle: Tim Schwabedissen

Warum nicht Binnenschiffer?

2011/03/03

 Schiffsjunge Martin Willing aus Emmerich stellt seinen Beruf vor. Sie gelten als bestbezahlte Azubis bundesweit mit guten Jobperspektive. Die Reedereien haben Bedarf.

Schiffsjungen sind die bestbezahltesten Azubis in Deutschland. 978 Euro im Monat streicht der Binnenschiffer-Nachwuchs im Schnitt ein. Dabei reicht schon ein guter Hauptschulabschluss als Einstiegsvoraussetzung.Die Übernahmechancen sind sehr hoch. Weil Schiffsjunge Martin Willing aus Emmerich seinen Lehrberuf richtig spannend findet, rührt er die Werbetrommel für die Binnenschifffahrt. Der 23-Jährige hat festgestellt, dass die meisten Emmericher gar nicht wissen, was ein Binnenschiffer macht.

Lange habe Willing nicht gewusst, welchen Weg er einschlagen sollte. Da sein Opa, den er nie kennen lernte, ein Schiff besaß und sein Cousin Havariekommissar ist, schnupperte er in einem Praktikum in den Beruf hinein. Heute ist der Emmericher im zweiten Lehrjahr am Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg, angestellt bei der Imperial Reederei in Duisburg, ein Tochterunternehmen der südafrikanischen Imperial Holding Limited.

14 Tage an Bord, sieben Tage an Land

Und was genau macht ein Binnenschiffer? „Pflegen und Instandhalten des Schiffes, Warten der Technik und Maschinen, das Schiff fertigmachen zur Fahrt, Laden und Löschen – Leeren des Schiffes – sowie das Überwachen der Ladung“, zählt es Willing auf. Das klingt noch sehr nach Routine, aber der 23-Jährige versichert: „Jede Reise ist anders. Und wir pflegen eine große Kameradschaft auf dem Schiff. Man muss sich ja aufeinander verlassen können.“ Es sei eine Arbeit, die von großer Freiheit geprägt ist. Der Alltag an der frischen Luft sei gerade im Sommer herrlich. Auf einem Schiff gelte es aber auch anzupacken: „Es ist schon anstrengend“. Der 23-Jährige betont, dass das Essen an Bord stets hervorragend sei. Darauf lege das Schiffspersonal großen Wert.

Die Berufsschule in Homberg ist die einzige bundesweit. In Europas modernsten Flachwassersimulator lernen die Schiffsjungen ein Binnenschiff zu navigieren. Das ist schon anspruchsvoller als eine Computer-Simulation und bereitet den Schülern viel Spaß. Auch Bergungsszenarien wie bei der „Waldhof“, die ja auf dem Rhein havarierte, konnten die Azubis dort üben.

Die Binnenschifffahrt ist ein wachsender Markt: Im Jahr 2000 zählte die Berufsschule in Homberg 200 Azubis, heute sind es knapp 500. Tendenz steigend: Etliche Binnenschiffer gehen nämlich demnächst in Rente.

Quelle: Binnenschifffahrtswelt

Marco Virgillito
Emmerich, 21.02.2011,