Warum nicht Binnenschiffer?

 Schiffsjunge Martin Willing aus Emmerich stellt seinen Beruf vor. Sie gelten als bestbezahlte Azubis bundesweit mit guten Jobperspektive. Die Reedereien haben Bedarf.

Schiffsjungen sind die bestbezahltesten Azubis in Deutschland. 978 Euro im Monat streicht der Binnenschiffer-Nachwuchs im Schnitt ein. Dabei reicht schon ein guter Hauptschulabschluss als Einstiegsvoraussetzung.Die Übernahmechancen sind sehr hoch. Weil Schiffsjunge Martin Willing aus Emmerich seinen Lehrberuf richtig spannend findet, rührt er die Werbetrommel für die Binnenschifffahrt. Der 23-Jährige hat festgestellt, dass die meisten Emmericher gar nicht wissen, was ein Binnenschiffer macht.

Lange habe Willing nicht gewusst, welchen Weg er einschlagen sollte. Da sein Opa, den er nie kennen lernte, ein Schiff besaß und sein Cousin Havariekommissar ist, schnupperte er in einem Praktikum in den Beruf hinein. Heute ist der Emmericher im zweiten Lehrjahr am Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg, angestellt bei der Imperial Reederei in Duisburg, ein Tochterunternehmen der südafrikanischen Imperial Holding Limited.

14 Tage an Bord, sieben Tage an Land

Und was genau macht ein Binnenschiffer? „Pflegen und Instandhalten des Schiffes, Warten der Technik und Maschinen, das Schiff fertigmachen zur Fahrt, Laden und Löschen – Leeren des Schiffes – sowie das Überwachen der Ladung“, zählt es Willing auf. Das klingt noch sehr nach Routine, aber der 23-Jährige versichert: „Jede Reise ist anders. Und wir pflegen eine große Kameradschaft auf dem Schiff. Man muss sich ja aufeinander verlassen können.“ Es sei eine Arbeit, die von großer Freiheit geprägt ist. Der Alltag an der frischen Luft sei gerade im Sommer herrlich. Auf einem Schiff gelte es aber auch anzupacken: „Es ist schon anstrengend“. Der 23-Jährige betont, dass das Essen an Bord stets hervorragend sei. Darauf lege das Schiffspersonal großen Wert.

Die Berufsschule in Homberg ist die einzige bundesweit. In Europas modernsten Flachwassersimulator lernen die Schiffsjungen ein Binnenschiff zu navigieren. Das ist schon anspruchsvoller als eine Computer-Simulation und bereitet den Schülern viel Spaß. Auch Bergungsszenarien wie bei der „Waldhof“, die ja auf dem Rhein havarierte, konnten die Azubis dort üben.

Die Binnenschifffahrt ist ein wachsender Markt: Im Jahr 2000 zählte die Berufsschule in Homberg 200 Azubis, heute sind es knapp 500. Tendenz steigend: Etliche Binnenschiffer gehen nämlich demnächst in Rente.

Quelle: Binnenschifffahrtswelt

Marco Virgillito
Emmerich, 21.02.2011,

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