TRADITION: Im Schlepptau nach Pritzerbe

 08.11.11: Schifffahrtsverein rettet Finowmaßkahn vor der Verschrottung / Umbau zum Museum geplant
PRITZERBE – Das 41 Meter lange Schiff „La Paloma“ hat einen neuen Heimathafen. Gut vertäut liegt das 1927 in Oderberg als offener Finowmaßkahn gebaute Wasserfahrzeug an der Steganlage des Pritzerber Bootshafens. Es hat eine 115 Kilometer lange Flussreise vom Liegeplatz Fischerinsel mitten  in Berlin hinter sich.
Im Schleppzug ging es auf Spree und Havel stromabwärts über Ketzin, Brandenburg und Plauer See nach Pritzerbe. Gezogen wurde der antriebslose Finowmaßkahn an zwei Leinen vom blau-weißen Schlepper „Pritzerbe“ der Reederei Otto. Dessen 90-PS-Dieselmotor hatte keine Mühe, den leeren Kahn in drei Tagesetappen mit rund fünf Stundenkilometer an sein Ziel zu bringen. „Die Jogger am Teltow-Kanal waren schneller als wir“, amüsiert sich Reederei-Chef Axel Otto.
Als Schleppzugführer hatte Otto das Kommando über die mit viel Papierkram verbundene Überführung. Am Steuerrad seines immerhin 113 Jahre alten Schleppers sorgte er dafür, dass der nachfolgende Finowmaßkahn in der Spur blieb. Die Einflüsse von Wind und Strömung müssen immer       wieder ausgeglichen werden. Während Otto und sein zweiter Mann Mirko Grosse den Kahn über dessen Steven steuerten, bediente Jürgen Patzlaff als Schiffsführer das Heckruder der „La Paloma“. Patzlaff wurde unterstützt von Carsten Muschol.

Dem Quartett gelang es, den Schleppzug wohlbehalten durch die Schleusen Kleinmachnow und Brandenburg nach Pritzerbe zu bringen.
Wo einmal der endgültige Liegeplatz des Schiffes am Pritzerber Havelufer sein wird, ist noch unklar. „Wichtig ist, dass wir den Finowmaßkahn       gesichert und vor der drohenden Verschrottung gerettet haben“, sagte Mitinitiator Jürgen Patzlaff.

Hinter der aufwendig vorbereiteten Aktion steckt der Pritzerber Schifffahrtsverein 1776 e. V. Dieser erwarb den Schleppkahn vom Verein Historischer Hafen Berlin e. V. zum Freundschaftspreis. Ziel ist es, das Schiff „La Paloma“ zu einem schwimmenden Museum umzubauen. In seinen Abmaßen gleicht das Wasserfahrzeug dem letzten Finowmaßkahn „Ilse-Lucie“, der 1929 in der Pritzerber Werft von Wilhelm Paelegrimm gebaut wurde. Das Schiff kam nach dem Krieg als Reparationsleistung in die Sowjetunion.

Zu dem Bericht nach der MAZ von Frank Bürstenbinder ist nachzutragen, daß die La Paloma derzeitig bei der DIW in Spandau liegt. Es war spannend, zu beobachten, wie der lange Schiffskörper am Bug auf das Trockendock gelagert wurde …

Weitere Details sollen folgen.

Ny

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