„Du kennst Gott?“

Die Binnenschiffermission Berlin und Brandenburg auf der Bundesgartenschau 2015

Die Evangelische Binnenschiffergemeinde Berlin und Brandenburg – Verein zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer e.V. Berlin – war 2015, gemeinsam mit Kirche und BUGA ein „Macher“ auf der BUGA im Havelland.
Das „Blaue Band der Havel“ verband auf der „Von-Dom-zu-Dom-Route“ die Standorte Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg.

Der erste Standort für unser Kirchenboot WICHERN ARCHENOVA war bis zum 8. Juni der ehemalige Kohlehafen in Premnitz. Vor Jahren noch ein Industriegebiet, war nun das Gelände nicht mehr wieder zu erkennen. Wie viele „Ahs“ und „Ohs“ wurden hier wohl ausgerufen?

Die tägliche Andacht um 12 Uhr, wenn der Tag seiner Höhe nah war, hebt sich aus dem “normalen” BUGA-Geschehen heraus. In ökumenischer Verbundenheit hielten Mitglieder der evangelischen und der katholischen Gemeinden, sowie die Geschwister von der Neuapostolischen Kirche und der Binnenschiffermission, die regelmäßigen Mittagsandachten, die immer gut besucht sind.

Bei den vielen Bordbesuchen wurde immer wieder gefragt: „Wann legen Sie zu einer Rundfahrt ab?“ Nun, das war nicht unser Daseinszweck auf der BUGA. Das Ziel der Binnenschiffermission war das bekannt machen zum Beispiel unseres Angebotes für die Binnenschiffer, Sportbootführer und weitere Interessierte der Aktion „Gottes Wort an Bord“. „Ach dann sind Sie so ´was wie eine Autobahnkirche?“ fragten Besucher. Na, so ganz „verkehrt“ war diese Feststellung nicht.
Aus allen Bundesländern hatten wir Gäste an Bord. Dabei erfolgte so mancher Erfahrungsaustausch, wie etwa mit einer Vertreterin der Telefonseelsorge in Lübeck oder einer Gemeindegruppe aus Nürnberg. Und wir luden, so „nebenbei“, ein zum jährlichen Sportschiffergottesdienst, jeweils am dritten Sonnabend im September, am Port zu Sacrow. Ein Besucherpaar aus dem benachbarten Kladow, selbst Bootsbesitzer, hörten von diesem traditionellen Ereignis zum ersten Mal! Am 19. September fand nun schon der 34. Sportschiffergottesdienst statt.

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Unser Bischof Dröge, hier mit dem BUGA-Pfarrer Zastrow, im Sommer …

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… und beim Dank heute im Paulikloster.

An viele Begegnungen mit „Klein“ und „Groß“ an Bord ist zu erinnern. An die beiden aufgeweckten Jungs, von denen der eine mit großer Vorfreude erzählte: „Übermorgen feiere ich meine Kommunion!“ Oder an die kleine Besucherin Alena (4), sie rief im Gespräch aus: „Du kennst Gott?“ und bat: „Erzählst du mir von Gott?“. Oder an das Gespräch mit dem aus Premnitz stammenden Berliner (85). Der alte Herr erzählte, wie er als 15 Jähriger im Premnitzer Werk die Demontage unter der russischen Besatzung durchführen mußte (und das sich diese Zeit heute Rentenwirksam auswirke).
Bei einem erfrischendem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee wurden „persönliche Gespräche unter vier Augen“ an Bord bzw. im Schatten am Flußufer geführt. Die Gespräche mit ehemaligen Betriebsangehörigen vom damaligen Premnitzer VEB Chemiefaserwerk „Friedrich Engels“ bzw. der Märkischen Faser AG wirken noch nach. Zu Besuch war auch die ehemalige Betriebsratsvorsitzende, die heute in Rathenow lebt. Wir erinnerten uns an die Zeit „an der Tonne“ in Potsdam und Premnitz.

Die Kontakte mit den netten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WDU Dienstleistung GmbH aus Schwedt und den für alle Fragen offenen BUGA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren beispielhaft und nicht zu vergessen sei das partnerschaftliche Zusammenwirken mit den Gemeindegliedern der evangelischen und der katholischen Kirche Premnitz bei den täglichen Andachten.

Stolz fühlten sich Kinder am Steuer als „Seebären“ und zeigten den Eltern „ihre“ Schwimmweste. Gerne wurde auch in der bordeigenen Bücherkiste nach Büchern und Musik-CD’s gekramt. So mancher EURO fiel in die Spendenkasse für die Arbeit der Schiffermission.

Das vom Projektbüro Kirche & BUGA 2015 herausgegebene Liederheft „Von Dom zu Dom“ wurde sehr gerne zum Singen und Beten bei den Andachten genutzt. Auch danach werden nun die Hefte aktiv genutzt. Nicht unerwähnt sei die sehr lesenswerte Broschüre „Gott wohnt im Havelland“. Hier wird von Menschen und ihrer Heimatregion mit sehr viel Herz berichtet.

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Ein Blick auf das DANKEFEST im Paulikloster Brandenburg.

Am 8. Juni wurde die WICHERN ARCHENOVA nach Brandenburg an der Havel verholt. Als „Offenes Schiff“ stand sie nun am Salzhofufer, direkt an der Jahrtausendbrücke. Mit verschiedenen „Partnern auf Zeit“, wie dem CVJM Brandenburg a. d. Havel und der Binnenschiffermission Hamburg, standen wir als Ansprechpartner des Glaubens zur Verfügung.

Eine Begegnung besonderer Art hatten wir gleich am ersten Tag, kurz nach dem Anlegen. Zwei junge Männer, je eine Bierflasche haltend, kamen zum Schiff mit den Worten: „Wir wollen heiraten“, jetzt, hier und heute (morgen vielleicht schon nicht mehr). Mit einem freundlichen Winken konnten wir uns von dem „Paar“ verabschieden …
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Dieser Bericht in einer Reihe weiterer Eindrücke von den BUGA-Mitgestalter.

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Am Salzhofufer war viel „Leben“ zu beobachten. Ständig gab es ein fröhliches Winken zu den vorbeifahrenden Schiffen, Booten, Kähnen und Flößen. Der Besuch an Bord fand – gegenüber dem Standort Premnitz – in verminderter Zahl statt. Gerne erinnern wir uns an die interessierte Kindergartengruppe der katholischen Heilige Dreifaltigkeitsgemeinde. Viele Fragen galt es zu beantworten. Als ein „Dankeschön“ nahmen wir gerne die leicht gequetschte Geranie aus Kinderhand entgegen.
Unser Kirchenboot wurde zur Station für Radfahrer/innen aus Hamburg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Ein Besucher von der Marinekameradschaft Rathenow erinnerte an vergangene gemeinsame Unternehmungen. Während der CVJM-Nutzung wurde das Kirchenboot zeitweilig zum „Piratenschiff“ umfunktioniert. Weitere Aktionen, wie ein Gottesdienst am Kai und Bibelarbeiten an Bord, machten das Boot zum Stadtgespräch (Artikel in der MAZ und in der BRAWO).

Zehn Tage übernahmen zwei Damen der Binnenschiffermission in Hamburg das „Steuer an Bord“. Diese Zeit wird sicherlich noch in Zukunft nachwirken.
Schön war auch die Begegnung an Bord mit Herrn Peter Gröwe, der Peter, eines der “Maskottchen” der Bundesgartenschau 2015. Er hinterließ bei seinem Besuch ein Autogramm auf “seinem” BUGA-Flyer.
Zwei Damen aus Schwäbisch Gmünd, die ihren BUGA-Dienst in Stölln beendeten, erkundigten sich ausgiebig über die Binnenschifferaktivitäten in Hamburg und Berlin-Brandenburg. Eine Familie aus Leipzig saß im intensiven Gespräch an unserem Kaffeetisch.

Unsere Bücherkiste war immer wieder Anlaß für Literaturgespräche. Wir erinnern uns u.a. an die Dame aus Süddeutschland und an den Herrn aus Bingen am Rhein. Für eine Wandergruppe aus Bad Belzig war unser Standort eine geplante Pausenstation zwischen den BUGA-Anziehungspunkten. Der mitgewanderte Akkordeonspieler „Kalle“ erfreute die Anwesenden mit schönen Liedern. Der Brandenburger Lars, erzählte fröhlich von seiner Taufe Anfang des Jahres. Inzwischen wird er sein Sportstudium in Potsdam begonnen haben.

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Würdiger, festlicher Empfang beim DANKEFEST am 21. November.

Wir freuen uns auf die Einladung zum DANKEFEST in Brandenburg am 21. November. Wir werden gerne im Paulikloster dabei sein und hoffen auf ein fröhliches Wiedersehen mit netten Bekannten der erlebnisreichen Sommerzeit.

Und hier noch ein schöner Abschluß: Herr Pf. Kübler tauft in der Havel. Zum Abschluß der Aufschrei “Hurra, ich bin getauft!”

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