Archive for Januar 2017

Hinweis:

2017/01/30

 

Der Verein zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer e.V. Berlin (Ev. Binnenschiffergemeinde Berlin und Brandenburg), bekannt unter dem Namen „Schifferkirche Berlin“, hat seine Tätigkeit zum 28.01.2017 eingestellt.

IMG_20160430_170140.jpg

Wir verabschieden uns mit Dank bei allen unseren Partnern,

mit denen wir – zum Teil  jahrzehntelang – zusammenwirken konnten.

Adonis 1.png   Ankerkreuz, Schnee.png

Tschüss!

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“.

Pred. 3, 1   

 

Advertisements

Im 117. Jahr …

2017/01/29

… beendet der Verein zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer e.V. Berlin/
Ev. Binnenschiffergemeinde Berlin und Brandenburg sein Wirken.

Hier ein kurzer Rückblick:

Um 1900 lebten und arbeiteten in Berlin und Brandenburg jährlich über 1000 Schiffer mit ihren Familien auf ihren Kähnen. Eine offizielle kirchliche Betreuung war für diese Menschengruppe nicht vorgesehen. Bereits ab 1877 bot der aus Antwerpen stammende Stadtmissionar Voskamp an der Möckernbrücke Besuchsdienste an Bord an und ein paar Jahre später auch ein weiterer Missionar am Wassertorbecken. Ergänzt wurde in den Folgejahren das Angebot durch die Mitarbeit von örtlichen Gemeindepfarrern.
Aus diesen Anfängen gründete sich am 25. Juni 1900 die Vereinigung zur kirchlichen Fürsorge für Fluß- und Kanalschiffer e.V.. Diese Vereinigung ist damit der erste seiner Art in Deutschland. In Berlin wurden 16 Flußschifferstationen gebildet.
Im Januar 1902 nahm der erste Schiffermissionar, ein ehemaliger Steuermann, seine Arbeit auf; er fuhr von Schiff zu Schiff. Im Dezember 1902 wurde der erste Schifferpfarrer benannt: Pastor Wilhelm Krause.
Am 25.08.1903 wird von einer ersten Ortskirche der Schiffer berichtet.
13.11.1904: Eine kaiserliche Förderung sorgt dafür, dass die Schiffergemeinde nicht länger leer ausging – ein Kirchenschiff wird eingeweiht. Die Kreuz-Zeitung berichtet am 14. 11.1904 unter der Überschrift „Schwimmendes Schifferheim in Berlin“ über die Einweihung eines Kirchenschiffes in Gegenwart der Kaiserin Auguste Victoria und des Prinzen Eitel-Friedrich. Eine Spreezille wird die erste schwimmende Schifferkirche in Deutschland.
Eine Bibel mit eigenhändiger Widmung der Kaiserin, die die Gemeinde anläßlich der Festlichkeit erhielt, dazu ein Kruzifix und zwei Altarleuchter, befinden sich noch heute im Besitz des Vereins.
Im Jahr 1918 beginnt die segensreiche Zeit von Pastor Friedrich Lindenmeyer als Schifferpastor.
Das Jahr 1923 ist das Gründungsjahr der BEHALA im Berliner Westhafen; seit 1929 ist die Schifferkirche „Bestandteil“ des Hafens.
Am 12.01.1924 erfolgt nach Reparaturarbeiten die Wiedereinweihung der schwimmenden Schifferkirche.
Zwölf Jahre später stellt P. Lindenmeyer an Goebbels anlässlich der Olympiade ein Reparaturersuchen. Die gründlichen Reparaturarbeiten erfolgen im gleichen Jahr.
P. Lindenmeyer setzt sich in der “Guten Fahrt” kritisch mit der NS-Politik auseinander. Das Schiff wird den Christen der Bekennenden Kirche spontan zur Verfügung gestellt.
Von 1938 bis 1943 wirkt in der Schifferkirche der Vikar Burgwitz als Schiffermissionar.
1943: Bombentreffer am Schiff, Werftaufenthalt in Tegel, Abwrackung 1944.
Pastor Paul Krüger übt die Gottesdienste im Casino der BEHALA aus.
Am 9. November 1968 wird ein Festgottesdienst im (ehemaligen) Lagerhaus am Eingangsbereich der BEHALA durchgeführt. Motto: „Vom Boot in die Kirche“. Einweihung des Kirchenbaus des Berliner Architekten Gerhard Strauchmann durch Bischof D. Kurt Scharf.
In der Zeit des Wirkens von Schifferpfarrer Wallmann ist Propst Dr. Wilhelm Dittmann Vorsitzender des Vereins.
Pastor Werner Schoch nimmt 1972 seinen Dienst auf: Besuch von 700 Schiffen jährlich, das sind 2000 Personen im Jahr. Seine Beisetzung erfolgte am 18.11.2015 in Nikolassee.
Seit Ende der 1970 Jahre leistet Dr. Karl Heinz Wattenberg seinen Vorstandsdienst – zunächst als Schatzmeister – in der Schifferkirche; 2010 wird er Ehrenvorsitzender des Vereins.
14. April 1999: Jungfernfahrt der neuen WICHERN ARCHENOVA, eines von deutschlandweit sechs Kirchenschiffen. Das Schiff ist 7,50 Meter lang und hat einen 208PS-Motor. Die Kosten wurden über Spenden finanziert. Die aktuelle WICHERN ARCHENOVA (L/B: 11,48/3,37,) Baujahr 1967, Yachtwerft Berlin- Köpenick, wurde vom Vorstandsmitglied Arno Templiner an der Ostsee (Usedomer Feinfisch GmbH) ausgemacht. Zusammen mit Martin Schröder initiiert er den Ankauf (29.000 €). Die technische Betreuung erfolgte jahrelang durch die Herren Templiner und Schröder bis sie in die Hände vom Schiffsführer Horst Helm überging.
Während der Zeit des Vorsitz‘ von Herrn Kutzer (Kontaktaufnahme zur SM, Pfr. Fielker!) beginnt nach der Wiedervereinigung das Wirken von Pfr. Fedor Pfistner mit einem nach und nach abnehmenden Dienstvolumen. Im August 2014 wird er in den Ruhestand verabschiedet.
Seit 2007 nimmt Heinz Ney Leitungsaufgaben im Verein wahr; seit dem 01.05.2010 ist er 1. Vorsitzender. Gemeinsam mit der 2. Vorsitzenden, Gisela Helm, leitet er die Geschicke (besonders geprägt durch mehrere kräftezehrende Umzüge!) des Vereins.
Die seit 1903 erscheinende „Gute Fahrt“ wird bis 2016 in veränderte Form an einen zunehmend kleiner werdenden Adressatenkreis versandt.
Am 2. November 2016 haben Heinz Ney, Pf. i.R. Fedor Pfistner und Christian Roensch im Diakonischen Werk mit dem Vorstandsmitglied Martin Matz über die zukünftige Arbeit
der „Schifferkirche“ gesprochen. Im DWBO wird unser Vorschlag (Auflösung des Vereins und Bildung einer Arbeitsgruppe unter dem Dach des DWBO) erörtert.

Platz schaffen auf der Straße – durch Schiffstransporte

2017/01/06

Chef der Bayernhafen Gruppe fordert die Politik auf, den unfairen Wettbewerb zwischen Bahn und Binnenschiff aufzulösen

csm_regensburg_dabe9a66bb

Blick auf den Westhafen in Regensburg. (Foto: Bayernhafen Gruppe)

Chef der Bayernhafen Gruppe fordert die Politik auf, den unfairen Wettbewerb zwischen Bahn und Binnenschiff aufzulösen

Die Transportleistung der Bayernhafen Gruppe auf den Wasserstraßen Main, Donau und Main-Donaukanal wird sich in diesem Jahr maximal auf Vorjahresniveau bewegen. „Grund hierfür waren die niedrigen Wasserstände an Rhein und Donau“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafen GmbH & Co. KG mit Sitz in Regensburg, der Staatszeitung. Doch auch ein Trend im Frachtaufkommen selbst sorgt für ein verändertes geschäftliches Umfeld. „Massengüter wie zum Beispiel Kohle und Eisenerz sind rückläufig, hinzu kommt, dass die Gütermengen kleiner werden“, so Zimmermann. Darauf müssten sich die Binnenschiffer, die „bislang eher große Partien akquiriert haben“, einstellen. Dennoch sorgt die Binnenschifffahrt auch weiterhin dafür, dass viele Lkw-Fahrten auf langen Strecken eingespart und dadurch viele Tonnen CO2 reduziert werden.

Die Transportleistung der Bayernhafen Gruppe auf den Wasserstraßen Main, Donau und Main-Donaukanal wird sich in diesem Jahr maximal auf Vorjahresniveau bewegen. „Grund hierfür waren die niedrigen Wasserstände an Rhein und Donau“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafen GmbH & Co. KG mit Sitz in Regensburg, der Staatszeitung. Doch auch ein Trend im Frachtaufkommen selbst sorgt für ein verändertes geschäftliches Umfeld. „Massengüter wie zum Beispiel Kohle und Eisenerz sind rückläufig, hinzu kommt, dass die Gütermengen kleiner werden“, so Zimmermann. Darauf müssten sich die Binnenschiffer, die „bislang eher große Partien akquiriert haben“, einstellen. Dennoch sorgt die Binnenschifffahrt auch weiterhin dafür, dass viele Lkw-Fahrten auf langen Strecken eingespart und dadurch viele Tonnen CO2 reduziert werden.

Quelle: Bayrische Staatszeitung, 09.12.2016