… aus der Truhe gekramt.

„Trotz ihrer ungünstigen finanziellen Lage gibt die Berliner Vereinigung zur kirchlichen Fürsorge für Fluß- und Kanalschiffer immer noch ihr Halbmonatsblatt „Gute Fahrt“ heraus, jetzt das einige christliche Standes- und Sonntagsblatt der Schiffer. Für die Zukunft droht die ernste Frage, wie weit die gesamte Arbeit noch aufrecht erhalten werden kann. Leider passen sich die Kollekten und Beiträge nur schwer dem sinkenden Geldwerte an; doch ist von der Opferwilligkeit der Schiffer Gutes zu erhoffen. Eine Schicksalsfrage für die gesamte Schiffermission ist die Stellungnahme der Kirche. Was will und kann sie tun?  Wie jeder getaufte Christ hat auch der Flußschiffer ein Recht auf kirchliche Versorgung. Sein Beruf bringt ihn um viele Vorteile der ortsansässigen Bevölkerung. Daher darf er von der Kirche nicht enttäuscht werden.“  

Auszug aus „Innere Mission“ von Direktor P. D. Ulbrich, Magdeburg-Cracau, Mai 1923

Quelle: Kirchliches Jahrbuch für die evangelischen Landeskirchen Deutschlands 1923, Herausgeber: Pf. D. J. Schneider, Berlin

Bertelsmann-Verlag Gütersloh     


Unser Mitglied Dr. Siegfried Schmitt hat im Archiv geblättert und den nachstehenden Zeitungsartikel vom 10. November 1968 auf den Tisch gelegt:

Zeitungsartikel 1968.11.10 – Gottesdienst im Lagerhaus 15-000

Post von Herrn Gerhard Burgwitz; Sohn des 1938 in der Schifferkirche wirkenden Vikars.

Er hat uns aus seinem persönlichem Archiv Fotos und einen Zeitungsartikel aus dem Tagesspiegel vom 25.12.1977 geschickt. Vielen Dank dafür.

Werner Schoch

Pf. Werner Schoch vor der Schifferkirche

Kirchenschiff 02 Kirchenschiff 03 und Beiträge aus dem Tagesspiegel:

Presse 01  Presse 02

Der Ostseekanal der Sowjetzone

r. über die Pläne des Pankower Regimes, durch den Bau eines großen Kanals von der Elbe zur Ostsee nach Wismar den mitteldeutschen und tschechischen Güterverkehr von Hamburg und den anderen westdeutschen Häfen abzuleiten, bringt der Berliner Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung“ Einzelheiten. Der geplante Schiffahrtsweg, der im Rahmen des Pankower zweiten Fünf jahresplanes bis Ende 1960 fertiggestellt sein soll, wird von der Elbe bei Wittenberge nach Grabow und dann durch das sogenannte Elde-Wasserstraßensystem bis zur Einmündung des Störkanals sowie weiter über den Störkanal und die Stör in den Schweriner See verlaufen. Von hier soll die neue Wasserstraße ostwärts von Bad Kleinen längs des alten Wallensteingrabens nach dem Hafen von Wismar führen. Es sind drei Bauabschnitte vorgesehen, von denen der schwierigste und erste die etwa fünfzehn Kilometer lange Kanalstrecke zwischen Wismar und dem Schweriner See darstellt. Da auf dieser Strecke eine Höhendifferenz von fast 39 Meter zu überwinden ist, sollen zwei Kammerschleusen und zwei Schachtschleusen gebaut werden, deren Gefälle durch ein Wasserkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom genutzt wird. Auf der Strecke zwischen dem Schweriner See und der Stadt Grabow müssen ebenfalls fünf Schleusen gebaut werden. Im Schweriner See selbst will man eine Fahrrinne von drei Meter Tiefe für die Lastkähne ausbaggern. Der neue Kanal soll für Binnenwasserfahrzeuge bis zu 1000 Tonnen Ladevermögen benutzbar sein.

Das Ostpreußenblatt, 08.12.1956

Anmerkung: Durch den Mauerbau 1961 und Folgejahre waren für dieses Projekt natürlich keine Mittel mehr vorhanden …

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Wir erinnern uns:

Am 25. Juni 1900 ist die Geburtsstunde der Vereinigung zur kirchlichen Fürsorge für Fluß- und Kanalschiffer e.V.

Um 1900 lebten und arbeiteten in Berlin und Brandenburg jährlich über 1000 Schiffer mit ihren Familien auf ihren Kähnen. Eine offizielle kirchliche Betreuung war für diese Menschengruppe nicht vorgesehen. Ab 1877 bot der aus Antwerpen stammende Stadtmissionar Voskamp an der Möckernbrücke Besuchsdienste an Bord an und ein paar Jahre später auch ein weiterer Missionar am Wassertorbecken. Ergänzt wurde in den Folgejahren das Angebot durch die Mitarbeit örtlicher Gemeindepfarrer.

Aus diesen Anfängen gründete sich am 25. Juni 1900 die Vereinigung zur kirchlichen Fürsorge für Fluß- und Kanalschiffer e.V.. Diese Vereinigung ist damit der erste seiner Art in Deutschland.

Im Januar 1902 nahm der erste Schiffermissionar, ein ehemaliger Steuermann, seine Arbeit auf; er fuhr von Schiff zu Schiff. Im Dezember 1902 wurde der erste Schifferpfarrer benannt: Pastor Wilhelm Krause.

Es  gibt natürlich mehr zu berichten aus dem Zeitgeschehen dazwischen bis zum heutigen Stand der Schiffermission in Berlin und Brandenburg. Das soll schrittweise demnächst an dieser Stelle auch erfolgen.

Ny

Elbinger Kogge

Tut jemand mit seinem Schiff einem anderen an dessen Schiff schaden, sei es beim Segeln oder Rudern oder auf irgendeine andere Weise, und wird derjenige, der den Schaden verursacht hat, verklagt und beweist es durch einen heiligen Eid, dass es ihm leid tue und dass er den Schaden nicht hätte vermeiden können, dann soll er ihm den Schaden halb ersetzen.

Beweist er das nicht eidlich und beschwört er es nicht bei den Heiligen, dann soll er ihm den Schaden ganz und gar büßen.

 Art. 131 aus dem Kolberger Kodex des Lübischen Recht von 1297

Ny

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